Bindungsangst erkennen ...
...und echte Beziehung mitgestalten
Bindungsangst erkennen
Bindungsangst ist weit verbreitet, aber meist unerkannt.
Hier erfährst du, wie weit auch du betroffen bist.
Bindungsangst erkennen ist viel schwieriger, als du denkst. Sie ist überwiegend bei den Babyboomern und der Generation X weitverbreitet, und wird unbewusst immer weiter vererbt.
Falls du vor 1990 geboren bist und sich deine Beziehungen irgendwie beschwerlich und unfrei anfühlen, könnte hier ein wahrer Schatz für dich liegen. Denn Bindungsangst fühlt sich nicht an wie eine Angst!
Woher die Bindungsangst kommt, woran du sie erkennst und wie sich das im Beziehungsalltag auswirkt, erfährst du auf dieser Seite.
Was, wenn nicht (nur) dein Partner das Problem ist?
Dein Partner ist distanziert und scheint für dich unerreichbar zu sein, oder er erdrückt und überfordert dich mit seiner Erwartung nach Nähe?
Vermutlich hat das viel mehr mit dir zu tun, als du glaubst, denn die Dynamik beginnt schon mit der unbewussten Partnerwahl. Sowohl mit deinem Verhalten, als auch mit deinen Überzeugungen, was Beziehungen im Allgemeinen angeht, und was du über dich selbst als Individuum glaubst, hältst du das Spiel maßgeblich am Laufen.
Das Gute daran ist: Wenn du Teil des Problems bist, hast du die Macht, etwas zu verändern. Und wenn du dich veränderst, verändert sich die ganze Beziehungsdynamik.

Bindungsangst hat viele Gesichter
Es gibt grundsätzlich zwei entgegengesetzte Arten von Bindungsangst, und die beiden ziehen sich bei der Partnerwahl magisch an. Denn du bewunderst beim Gegenüber genau die Eigenschaften, die dir immer gefehlt haben.
Diese zwei Arten unterteilen sich wiederum in verschiedene Ausprägungen und Verhaltensmuster. In der Realität vertauschen sich die Rollen von Beziehung zu Beziehung, je nachdem, ob dein Partner autonomer oder anhänglicher ist als du.
Hier nur ein grober Steckbrief:
Der unsicher-anklammernde Bindungstyp …
… sehnt sich nach Nähe und Intimität. Er ist mit seiner Aufmerksamkeit stark beim Partner und fühlt sich für dessen Glück und für die Beziehung verantwortlich.
Weil er versucht, die Erwartungen seines Partners zu erfüllen, und weil es ihm schwerfällt, seinem Partner zu widersprechen, hat er das Gefühl, sich selbst in der Beziehung zu verlieren.
Er versteckt sich unbewusst hinter einer Maske, weil seine Angst vor Zurückweisung und Verletzung zu groß ist, um sich so unperfekt zu zeigen, wie er sich selbst wahrnimmt.
Der ängstlich-vermeidende Bindungstyp …
… hat Angst, seine Autonomie und Freiheit in der Beziehung zu verlieren. Er möchte sich nicht festlegen und hält Verbindlichkeit nur schwer aus.
Zu viel Nähe bedeutet für ihn Kontrolle und Fremdbestimmung. Nach Zeiten der Nähe hat er diverse Strategien eingesetzt, um einen für ihn erträglichen Abstand wiederherzustellen. Die Distanz schützt ihn auch davor, sich anzupassen und Kompromisse einzugehen, denn dagegen ist er allergisch.
Diese Schein-Autonomie schützt ihn vor seiner Angst, verletzt zu werden. Denn wenn er sich nicht zu tief einlässt, ist der Schmerz bei der Trennung nicht so groß. Diese erscheint ihm häufig unausweichlich, sobald der Partner ihn mit all seinen Mängeln und Macken enttarnt.
Gemeinsamkeiten von Bindungsängslichen
- Du fühlst dich freier und lebendiger, wenn du alleine im Raum oder Haus bist.
- Die Bedürfnisse und Gefühle deines Partners erscheinen wichtiger als die eigenen.
- Du hast das Gefühl, die Beziehung aushalten zu müssen, und deinem Partner ausgeliefert zu sein.
- Du sagst nicht – oder viel zu spät, was dir wichtig ist. Das frustriert dich selbst.
- In Beziehungsthemen hast du einen geringen Selbstwert und die Überzeugung, nicht gut genug zu sein.
- Meinungsverschiedenheiten werden nicht offen diskutiert, sondern passiv-aggressiv ausgetragen. (Ironie, Sarkasmus, emotionale Erpressung, Verweigerung, Rebellion etc.)
- Du hast keinen guten Kontakt zu deinen Wünschen, Gefühlen und Bedürfnissen.
Erkennst du dich oder deinen Partner in einigen Punkten wieder? Dann lohnt es sich weiterzulesen, denn natürlich muss das nicht so bleiben.
Was ist die Ursache von Bindungsangst?
Die häufigste Ursache für Bindungsangst liegt in unserer frühkindlichen Bindung zu unseren wichtigsten Bezugspersonen. Das sind meistens unsere Eltern.
Die Erziehungsmethoden in den Nachkriegsjahren haben viel zu dieser Entwicklung beigetragen, denn die allgemeine damalige Vorstellung, wie Kinder zu sein haben, förderte die Entwicklung von Bindungsangst enorm.
Kinder mussten in erster Linie funktionieren und hatten bequem, angepasst und brav zu sein. Babys hat man stundenlang schreien lassen, und Widerspruch wurde nicht geduldet.
Die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder wurden abgeschmettert, das Einzige, was zählt, ist die Meinung und der Wille der Eltern – und natürlich, was die „anderen“ denken.
Gefühle wie Wut und Trauer wurden nicht geduldet – was blieb, war die Angst und jede Menge Scham.
Denn was wir als Kind über uns abgespeichert haben, war:
- Ich bin nicht gut genug!
- Meine Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse haben keine Berechtigung!
- So wie ich bin, bin ich nicht liebenswert.
- Ich muss Bedingungen erfüllen, um angenommen zu werden.
- Beziehungen werden mir übergestülpt, und es ist unmöglich, diese mitzugestalten.
- In einer Konfrontation habe ich keine Chance, mich durchzusetzen.
- Wenn ich zu mir stehe, werde ich abgelehnt oder bestraft.
All diese Überzeugungen haben wir nie hinterfragt, und sie sorgen noch heute für Leid und Drama in unseren Partnerschaften.
Wir wurden geprägt durch die Erziehung unserer Eltern und deren Umgang miteinander. Dies wurde unsere Realität, und diesen Erziehungsgedanken vererben wir trotz Aufklärung über Generationen hinweg immer weiter.
Nun hast du die Chance, dir deiner unbewussten Muster bewusst zu werden und diesen ewigen Kreislauf zu stoppen.
Natürlich waren auch Trennungen, Todesfälle, Verschickungen, neue Geschwister oder kurzfristige Trennungen von Mama und Papa, krasse Zurückweisungen für uns Kinder in jungen Jahren. Auch diese Erlebnisse sind geeignet, um Bindungsangst auszulösen oder zu verstärken.
Wie kann ich denn nun Bindungsangst erkennen? Um Klarheit über deine ganz persönlichen Muster und deren Auswirkungen in deiner Beziehung zu bekommen, empfehle ich dir meine kostenlose Beziehungsanalyse.
Wissenswertes
Häufig gestellte Fragen
Antworten zu Bindungsangst
Was sind typische Symptome von Bindungsangst?
Typische Symptome von Bindungsangst sind Angst vor zu viel Nähe, Rückzug in entscheidenden Momenten, starke Zweifel an der Beziehung und das Gefühl, sich emotional nicht wirklich einlassen zu können.
Woran erkenne ich, ob ich beziehungsunfähig bin oder Bindungsangst habe?
Viele Menschen, die sich als beziehungsunfähig erleben, haben in Wirklichkeit Bindungsangst. Das zeigt sich daran, dass sie sich Nähe wünschen, aber gleichzeitig unbewusst Distanz schaffen oder Beziehungen abbrechen.
Kann man Bindungsangst verändern?
Ja, Bindungsangst ist kein fester Zustand. Mit dem richtigen Coaching und einem besseren Verständnis der eigenen Beziehungsmuster lassen sich diese Schritt für Schritt verändern.
Warum stoße ich meinen Partner immer wieder weg?
Dieses Verhalten ist oft ein Schutzmechanismus bei Bindungsangst. Sobald Nähe entsteht, reagiert das System mit Rückzug, um sich vor emotionaler Verletzung zu schützen. Verbindung fühlt sich für Betroffene bedrohlich an, alleine fühlen sie sich sicherer.
Ist Bindungsangst heilbar?
Bindungsangst ist keine Krankheit, sondern ein erlerntes Muster. Mit Bewusstsein und gezielter Arbeit an den eigenen Bindungserfahrungen kann sich das Verhalten nachhaltig verändern.
Gibt es Coaching bei Bindungsangst oder Beziehungsunfähigkeit auch vor Ort?
Ja, Coaching bei Beziehungsunfähigkeit bzw. Bindungsangst ist sowohl online als auch vor Ort möglich, zum Beispiel in meiner Praxis in Zirndorf bei Nürnberg und Fürth.
Top-Beitrag zum Thema
Warum kaum jemand erkennt, dass er von Bindungsangst betroffen ist...
Anders als bei typischen Ängsten, die unser Herz schneller schlagen lassen und wir nur noch flach atmen, ist Bindungsangst subtiler. Sie fühlt sich nicht wie die panische Angst vor einer Gefahr an, sondern wie ein Bedürfnis nach mehr Freiraum, als ob du dich selbst wiederfinden musst. Aber hinter dieser Fassade steckt oft die tiefe Angst – sich selbst, die Kontrolle oder die eigene Unabhängigkeit, in der Nähe zu verlieren.

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